Hintergrund: MS und Sport

Körperlich aktiv zu sein ist gesund – das ist weithin bekannt. recycle pleaseEbenso die Tatsache, dass man sich bewegen muss, um fit zu werden und fit zu bleiben. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, sich täglich mindestens 30 Minuten moderat zu bewegen – eine Empfehlung, der laut Gesundheitsberichtserstattung des Bundes 2006 nur wenige Deutsche nachkommen. In der Tat gibt es auch viele Faktoren, welche die Aufnahme einer körperlichen Aktivität erschweren – oft hat man beispielsweise zu wenig Zeit oder ist durch variierende Arbeitszeiten zu sehr eingeschränkt.

 Bei der Multiplen Sklerose können es die Krankheitssymptome zusätzlich erschweren, körperlich aktiv zu sein oder Sport zu treiben. Demzufolge sind Personen mit Multipler Sklerose (PmMS) körperlich noch inaktiver als es Gesunde ohnehin meist schon sind. Sicherlich spielt hier auch die Tatsache eine Rolle, dass man noch vor wenigen Jahren bei Multipler Sklerose von Sport und körperlicher Aktivität abgeraten hatte. Man glaubte, Anstrengung könnte Krankheitssymptome verursachen oder Schübe auslösen. Heute wissen wir, dass nichts davon zutrifft – ganz im Gegenteil! competitors: winner; three man on a finish, 1 winner

Positive Wirkungen von Sport und körperlichem Training bei PmMS sind in wissenschaftlichen Studien gut nachgewiesen. Durch Training können Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Gleichgewicht verbessert werden; Training wirkt sogar positiv auf einige Krankheitssymptome wie vor allem Fatigue oder auch Depressionen.

 Natürlich sollten beim Sporttreiben bestimmte Dinge beachtet werden; so sollten Trainingsintensität und -dauer auf die individuellen körperlichen und gesundheitlichen Voraussetzungen zugeschnitten werden. Dies trifft auch auf die Wahl der Bewegungsform oder Sportart zu, die man wählt, um sich bestmöglich fit und aktiv zu halten. Wegen der Vielzahl an unterschiedlichen Symptomen und Symptomausprägungen der Multiplen Sklerose ist eine persönliche Betreuung durch einen Fachmann beim Training sehr hilfreich.

 Moderne Kommunikationstechniken wie das Internet bieten hier unübertroffene Möglichkeiten. Sie ermöglichen eine ökonomischere und individuellere Trainingsbetreuung als in herkömmlichen Gruppentrainingsangeboten wie zum Beispiel Rehasport- oder Gymnastikgruppen.

 Das Trainings- und Betreuungskonzept ms-intakt wurde 2007-2009 erstmals im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie entwickelt und evaluiert, also genauestens auf die Wirksamkeit hin überprüft. Zusätzlich wurden die Teilnehmer zu ihrem Umgang mit dem Programm befragt. Es war das erste Mal, dass die strukturierte Betreuung eines Kräftigungs- und Ausdauertrainings über das Internet bei Personen mit Multipler Sklerose untersucht wurde. Erste Erfolge sprechen für die Einsetzbarkeit und Durchführbarkeit dieses Konzepts, aber auch für die Wirksamkeit und gleichzeitig für die Akzeptanz auf Seiten der Trainierenden. Einige Ergebnisse wurden 2012 auf internationalen sportwissenschaftlichen und neurologischen Kongressen vorgestellt.

Die Details der wissenschaftlichen Studie sind hier beschrieben.